Dalarö: alter Zollort und Tor zum südlichen Schärengarten

Auf dem Grund des Hafens von Dalarö liegt in 18 Meter Tiefe ein Segelschiff, das 1709 in Flammen aufging – und heute zu den besterhaltenen Wracks der Welt zählt. Über Wasser ist der Ort ein Holzhaus-Städtchen mit langer Geschichte: Dalarö war einmal die wichtigste Zollstation Schwedens, bevor es zum Sommersitz wohlhabender Stockholmer wurde.

Vom Zollhafen zum Sommerort

Dalarö diente schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Handelshafen. 1636 wurde hier die „große Seezollstation“ eingerichtet, die zur bedeutendsten des Landes aufstieg – jedes Schiff auf dem Weg nach Stockholm musste vorbei. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Lotsen- und Zollort zum Badeort für begüterte Stockholmer, die sich hölzerne Sommervillen bauen ließen. Diese Häuser prägen den Ort bis heute. Wie sich Dalarö in die größere Geschichte der Schären einordnet, zeigt der eigene Beitrag.

Dalarö Skans

Südlich des Orts, auf dem Inselchen Stockskärsholmen, liegt die Dalarö skans. Eine erste Schanze entstand 1623, die heutige Festung wurde 1682 nach Plänen von Erik Dahlbergh fertiggestellt. Sie sicherte die Zufahrt nach Stockholm und dient heute als Veranstaltungsort. Verwaltet wird sie vom staatlichen Fastighetsverk; Hintergründe zum Ort bündelt das Stockholms läns museum.

Das Wrack der Anna Maria

Die Flöjt Anna Maria wurde 1694 in Amsterdam gebaut. Auf dem Weg nach Lissabon blieb sie im Eis vor Dalarö liegen; am 6. Februar 1709 brach an Bord ein Feuer aus, und das Schiff sank. Weil die Ostsee kalt und salzarm ist und der Schiffsbohrwurm hier fehlt, blieb das Wrack außergewöhnlich gut erhalten. Es liegt in rund 18 Metern Tiefe im Hafen und gehört zu einem Unterwasser-Denkmalgebiet, das für Taucher zugänglich ist – Visitskärgården nennt es eines der einzigartigsten Schiffswracks der Welt.

Tor nach Ornö und Utö

Dalarö ist Ausgangspunkt für den südlichen Schärengarten. Von hier setzen die Boote der Waxholmsbolaget zu den größeren Inseln über, allen voran Ornö und die autofreie Rad- und Naturinsel Utö. Wer den ruhigeren, weniger überlaufenen Teil der Schären sucht, ist südlich von Dalarö richtig – ganz in der Nähe der weniger bekannten Inseln.

Anreise

Dalarö liegt auf dem Festland südlich von Stockholm und ist ohne Boot erreichbar. Mit dem SL-Nahverkehr fahren Sie per Pendeltåg bis Handen und steigen dort in den Bus 839 Richtung Smådalarö, Haltestelle Dalarö torg. Für die Verbindung sollten Sie rund eine Stunde einplanen; die Busse sind auf die Züge abgestimmt.

Häufige Fragen zu Dalarö

Wie kommt man nach Dalarö?

Mit dem Pendeltåg bis Handen und weiter mit Bus 839 bis Dalarö torg. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde ab Stockholm, ein Boot ist nicht nötig.

Kann man das Wrack der Anna Maria betauchen?

Das Wrack liegt in rund 18 Metern Tiefe in einem Unterwasser-Denkmalgebiet und ist für Taucher zugänglich. Es zählt wegen des kalten, salzarmen Ostseewassers zu den besterhaltenen der Welt.

Wohin fahren die Boote ab Dalarö?

In den südlichen Schärengarten, vor allem nach Ornö und zur autofreien Insel Utö. Dalarö ist das Tor zu diesem ruhigeren Teil der Schären.