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Vaxholm: Kastell, Altstadt und Anreise ab Stockholm

Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Gelbe Autofähre legt am Anleger bei Vaxholm an, Radfahrer warten an der Schranke
Eigene Aufnahme: Fähre nach Rindö bei Vaxholm, 3. September 2025

Für die Überfahrt zum Vaxholmer Kastell gibt es zwei Preise: 110 Kronen mit dem Kastellboot oder 43 Kronen mit einem normalen SL-Einzelticket. Beide bringen Sie auf dieselbe Insel. Das ist symptomatisch für Vaxholm - der Ort liegt so nah an Stockholm und so tief im Nahverkehrsnetz, dass sich fast alles günstiger machen lässt, als es auf den ersten Blick aussieht.

Anreise: eine Stunde mit dem Boot, 50 Minuten mit dem Bus

Vom Strömkajen in Stockholm braucht das Boot rund eine Stunde. Im Sommer fahren mehrmals täglich Kurse, im übrigen Jahr immer noch mehrere pro Tag; alle Abfahrten zwischen Stockholm und Vaxholm stehen gesammelt in Fahrplantabelle 2. Die Alternative ist der SL-Bus 670 ab Östra station, der etwa 50 Minuten braucht.

Eine praktische Kombination: hin mit dem Boot, zurück mit dem Bus. So sehen Sie die Fahrt durch die inneren Schären, sind aber nicht an die letzte Abfahrt gebunden. Zwischen Strömkajen und dem Raum Vaxholm gilt ganzjährig jedes SL-Ticket, die Bootsfahrt kostet Sie also nicht mehr als eine Busfahrt in der Stadt - mehr dazu im Beitrag über Waxholmsbolaget.

Im Früh-, Hoch- und Spätsommer fahren die klassischen Schiffe auf dieser Strecke: die Dampfer S/S Storskär von 1908 und S/S Norrskär von 1910 sowie die M/S Västan, das älteste Schiff der Flotte.

Zum Kastell für 43 statt 110 Kronen

Das Kastell liegt auf einer eigenen Insel gegenüber der Stadt. Zwei Wege führen hin.

Das Kastellboot M/S Djurgården 4 pendelt vom 22. Juni bis 23. August täglich alle 20 Minuten. Hin- und Rückfahrt kosten 110 Kronen für Erwachsene und 80 Kronen für Kinder von 3 bis 12.

Der zweite Weg ist der günstigere: Waxholmsbolaget bedient die Anlegestelle Kastellet (Vaxholm) im Linienverkehr, und weil sie im SL-Gebiet liegt, gilt dort das normale SL-Ticket. Eine Einzelfahrt kostet 43 Kronen, mit einer SL-Zeitkarte fahren Sie ohne Aufpreis. Suchen Sie in der SL-App gezielt nach dieser Haltestelle, sonst schlägt sie Ihnen nur das Kastellboot vor.

Das Festungsmuseum: Saison und Preise

Zeitraum 2026Öffnung
Mai bis JuniWochenenden 12 bis 16 Uhr
19. bis 21. Juni (Mittsommer)geschlossen
22. Juni bis 23. Augusttäglich 11 bis 17 Uhr
August bis SeptemberWochenenden 11 bis 17 Uhr
24. bis 26. Oktober (Herbstferien)geöffnet

Der Eintritt kostet 120 Kronen für Erwachsene, 100 für Seniorinnen und Senioren und 60 Kronen für Jugendliche von 13 bis 18. Kinder bis 12 Jahre in Begleitung zahlen nichts. Der Museumsshop nimmt kein Bargeld, in der Rezeption gibt es ein Café. Wichtig für Gäste mit Gehbehinderung: Das Kastell ist nicht barrierefrei; eine Begleitperson hat freien Eintritt. Alle Details zum Besuch stehen beim Museum.

500 Jahre Sperrriegel

Als Stockholm zur Hauptstadt wurde, bekam die schmale Wasserstraße bei Vaxholm militärische Bedeutung: Wer sie hielt, hielt den Zugang zur Stadt. Im 16. Jahrhundert entstand hier unter Gustav Vasa ein Verteidigungsturm, und über die Meerenge wurde eine Kette gespannt, um Schiffe aufzuhalten.

Was heute steht, ist deutlich jünger. Zwischen 1833 und 1863 wurde die Anlage auf Anweisung von Karl XIV. Johan umgebaut - der Architekt C.F. Meijer riss große Teile ab und errichtete sie neu. Der Anlass war strategisch: Nachdem Finnland russisch geworden war, verlief die Grenze plötzlich viel näher an Stockholm.

Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Festung ihre Rolle, weil die Verteidigungslinie weiter nach außen in den Schärengarten verlegt wurde. 1964 zog ein Museum ein, 1993 folgte eine Restaurierung durch das Statens fastighetsverk. Heute finden im Kastell außerdem Konzerte und Veranstaltungen statt.

Norrhamnen: der alte Fischerhafen

Der interessanteste Teil der Stadt liegt nördlich des Zentrums. Norrhamnen ist der einzige verbliebene Naturhafen Vaxholms, mit Stegen, alten Fischerhütten, Bootshäusern und Badefelsen. Hier steht auch der Heimathof mit Museum und Sommercafé, von dem aus Sie die Schärenboote vorbeifahren sehen.

Der Bestand ist kein Kulissenbau. Im 19. Jahrhundert lebten in Vaxholm rund 150 Fischerfamilien, überwiegend in Norrhamnen, Västerhamnen und auf Västra Ekudden. Aus dieser Zeit stammen die kleinen roten Häuser, während die Villen im alten Ortskern von der Jahrhundertwende stammen, als wohlhabende Stockholmer die Schären für sich entdeckten - wie sich das entwickelte, steht im Beitrag über die Geschichte der Schären.

Batteriet und das Rathaus

Am Batteriet stand schon im 18. Jahrhundert eine Kanonenbatterie, die den westlichen Sund sichern sollte. Ab 1803 hieß der Platz Portugisiska batteriet, nachdem dort sieben Kanonen aufgestellt worden waren. Heute ist es eine Badestelle.

Das Rathaus stammt aus den 1880er Jahren und steht am zentralen Platz, zusammen mit einer großen Kastanie, einem Freiluftschachspiel und einer alten Telefonzelle. Rundherum liegen die Geschäfte und Cafés, für die Vaxholm bei Tagesgästen bekannt ist. Und im Ort läuft eines der ältesten noch betriebenen Kinos Schwedens.

Bogesunds slott

Etwas außerhalb, auf der Halbinsel Bogesundslandet, steht ein Schloss aus den 1640er Jahren. Von Juni bis September werden Führungen angeboten. Für alle, die einen halben Tag länger bleiben, ist das die naheliegende Ergänzung zum Kastell - und in der Nähe liegt mit dem Bogesund Vandrarhem eine der günstigeren Übernachtungsmöglichkeiten der Region, wie im Beitrag über das Übernachten in den Schären beschrieben.

Vaxholm als Drehscheibe

Fast alle Boote in die mittleren und nördlichen Schären passieren Vaxholm. Das macht den Ort zum praktischen Umsteigepunkt: Sie fahren mit dem SL-Ticket bis hierher und lösen erst ab Vaxholm ein Zusatzticket für die Weiterfahrt nach Grinda, Svartsö oder Möja. Auf diese Weise wird der teuerste Streckenabschnitt zum billigsten.

Wo Vaxholm im Aufbau des Schärengartens steht und wie sich innere, mittlere und äußere Zone unterscheiden, steht im Beitrag zur Orientierung im Schärengarten.

Wann Sie kommen sollten

Wer das Festungsmuseum sehen will, ist an die Saison gebunden: außerhalb der Sommerwochen nur am Wochenende, und über Mittsommer gar nicht. Wer die Stadt sehen will, kann jederzeit fahren - Vaxholm hat ganzjährig Einwohner, Geschäfte und Bootsverkehr und ist damit eines der wenigen Ziele im Schärengebiet, das auch im November funktioniert.

Die vollen Wochen sind Juli und die erste Augusthälfte. Im Mai, Juni und September haben Sie dieselbe Stadt mit deutlich weniger Tagesgästen. Eine Einordnung der Monate steht im Beitrag zur besten Reisezeit.

Häufige Fragen zu Vaxholm

Wie kommt man von Stockholm nach Vaxholm?

Mit dem Boot ab Strömkajen in rund einer Stunde, Fahrplantabelle 2, oder mit SL-Bus 670 ab Östra station in etwa 50 Minuten. Für beides gilt das normale SL-Ticket.

Was kostet der Eintritt zum Vaxholmer Kastell?

120 Kronen für Erwachsene, 100 für Senioren, 60 für Jugendliche von 13 bis 18. Kinder bis 12 Jahre in Begleitung zahlen nichts.

Wie kommt man zum Kastell?

Am günstigsten mit dem Linienboot zur Anlegestelle Kastellet (Vaxholm), für die das SL-Ticket gilt: 43 Kronen für eine Einzelfahrt. Im Sommer pendelt zusätzlich das Kastellboot alle 20 Minuten für 110 Kronen hin und zurück.

Wann hat das Festungsmuseum geöffnet?

Vom 22. Juni bis 23. August täglich von 11 bis 17 Uhr, in Mai und Juni sowie von August bis September nur an Wochenenden. Über Mittsommer vom 19. bis 21. Juni geschlossen.

Was kann man in Vaxholm außer der Festung sehen?

Den alten Fischerhafen Norrhamnen mit Heimathof und Sommercafé, das Rathaus aus den 1880er Jahren, die Badestelle Batteriet und das Schloss Bogesund aus den 1640er Jahren mit Führungen von Juni bis September.

Lohnt sich Vaxholm im Winter?

Für die Stadt ja. Vaxholm ist ganzjährig bewohnt, Geschäfte und Boote laufen weiter. Das Festungsmuseum ist im Winter geschlossen.

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