Ein Museum aus schwarz geteertem Holz, das zwischen Kiefern und Granit fast verschwindet: Das Artipelag auf Värmdö, rund 20 Kilometer östlich von Stockholm, ist der ungewöhnlichste Kulturbau des Schärengartens – und einer der wenigen, die ganzjährig geöffnet sind. Der Name ist Programm: Art trifft Archipelago.
Was der Besuch kostet: fast nichts
Der überraschendste Punkt am Artipelag: Gebäude, Café, Restaurant, Designshop und die Naturpfade rundherum sind kostenlos zugänglich. Eintritt zahlen Sie nur für die Ausstellungen. Auch der Skulpturenweg durch den Wald ist frei; nur die Begleitbroschüre mit Karte und Erläuterungen kostet 50 Kronen.
Wer öfter kommt, kann eine Jahreskarte lösen: 600 Kronen für Erwachsene zwischen 19 und 64, 550 Kronen für Senioren und Studierende. Bargeld nimmt das Haus nicht an, Karte und Swish dagegen schon.
Anreise: 30 Minuten mit dem Direktbus
| Verkehrsmittel | Ab | Dauer | Preis |
|---|---|---|---|
| Direktbus | Kungsbron, Stockholm | 30 Minuten | 60 SEK |
| SL-Bus 474 und 468 | Slussen über Värmdö marknad | länger, 468 fährt stündlich | SL-Ticket |
| Boot M/S Gustafsberg VII | Strandvägen | rund 1,5 Stunden | Mai bis September |
| Fahrrad | Slussen | 25 km, unter 2 Stunden | – |
Der Direktbus ohne Umsteigen ist die einfachste Variante. Wer die SL-Busse nimmt, muss am Värmdö marknad umsteigen, und die Anschlusslinie 468 fährt nur stündlich; von dort sind es zu Fuß rund 3,5 Kilometer. Mit dem Auto stehen 350 Parkplätze auf vier Flächen zur Verfügung, wobei die oberen etwa eine Stunde nach Schließung verriegelt werden. Alle Angaben führt Artipelag selbst.
Die Radstrecke ab Slussen ist fast durchgehend vom Autoverkehr getrennt und verläuft streckenweise am Wasser – mehr dazu im Beitrag über Radfahren und Inselhopping.
Mit dem eigenen Boot
Für Bootsfahrer gibt es einen Gästehafen mit 25 Liegeplätzen an Y-Bommen, Breiten zwischen 2,5 und 5,3 Metern. Liegen dürfen Sie bis zu 24 Stunden; Strom, Müllentsorgung und Toiletten gibt es dort allerdings nicht.
Ein Geschenk des BabyBjörn-Gründers
Hinter dem 2012 eröffneten Haus steht das Ehepaar Björn und Lillemor Jakobson, Gründer der Babytragen-Marke BabyBjörn. Die beiden verbrachten ihr Leben segelnd im Schärengarten und wollten der Landschaft etwas zurückgeben – herausgekommen ist eine privat finanzierte Kunsthalle in Traumlage am Wasser, auf der Landzunge Hålludden. Hintergründe zum Haus stehen auf der Artipelag-Seite.
Architektur, die sich duckt
Entworfen hat den Bau der Architekt Johan Nyrén – mit Fassaden aus schwarz geteerten Holzplanken, eine Verbeugung vor dem traditionellen Bootsbau der Schären. Das Gebäude schmiegt sich so in den Kiefern- und Fichtenwald, dass es vom Wasser aus kaum auffällt; Felsen wachsen teils durch die Terrassen. Drinnen wechseln große Kunstausstellungen, draußen führen Stege und Spazierwege am Ufer entlang.
Eintritt: das Gelände ist frei
Praktisch für einen Schärenausflug: Gelände, Uferwege, Museumsshop und Restaurants sind kostenlos zugänglich – bezahlt wird nur der Besuch der jeweiligen Ausstellung. Man kann also auch einfach zum Spazieren und Essen herkommen, mit Kunst als Option. Was gerade läuft, zeigt der Besucherbereich der Website.
Anreise: Bus ganzjährig, Boot im Sommer
Die Bushaltestelle liegt direkt vor dem Haus, die Anfahrt führt über Gustavsberg – kombinieren lässt sich der Besuch gut mit der Porzellanstadt Gustavsberg. Stimmungsvoller ist der Wasserweg: Von Mai bis September fährt Strömmas historisches Schiff M/S Gustafsberg VII ab Strandvägen in rund eineinhalb Stunden zum museumseigenen Steg. Als Halbtagesziel passt das Artipelag damit in jede Liste der Tagesausflüge von Stockholm – und ist dank Ganzjahresbetrieb eine der besten Schären-Optionen für Regentage und die Nebensaison (siehe beste Reisezeit).
Wann sich der Besuch lohnt
Montags ist geschlossen, an den übrigen Tagen öffnet das Haus in der Regel von 11 bis 17 Uhr, mit abweichenden Zeiten an Feiertagen. Die Ausstellungen laufen in Blöcken über mehrere Monate; parallel dazu gibt es dauerhafte Elemente, darunter den Skulpturenweg und eine Installation im Felsenraum.
Für einen Halbtagesausflug ab Stockholm ist das Artipelag das effizienteste Ziel im gesamten Schärengebiet: 30 Minuten Anreise, drei bis vier Stunden vor Ort, 30 Minuten zurück. Kein anderes Ziel mit Schärenlage schafft dieses Verhältnis – der Vergleich steht im Beitrag über Tagesausflüge in die Schären.
Ein Punkt für Gruppen und Teams: Das Haus bietet Tageskonferenzen an. Weil man von dort nicht zwischendurch verschwindet, funktioniert das Format besser als ein Konferenzhotel in der Stadt – mehr dazu im Beitrag über das Arbeiten aus den Schären.
Häufige Fragen zum Artipelag
Was kostet das Artipelag?
Gelände, Uferwege, Shop und Restaurants sind kostenlos. Eintritt zahlt man nur für die Kunstausstellungen.
Wie kommt man zum Artipelag?
Ganzjährig mit dem Bus über Gustavsberg (Haltestelle direkt vor dem Haus), von Mai bis September auch per Boot: mit der M/S Gustafsberg VII ab Strandvägen in rund 1,5 Stunden.
Lohnt sich das Artipelag auch ohne Kunstinteresse?
Ja. Die Architektur aus geteertem Holz, die Uferwege über die Felsen und die Restaurants mit Wasserblick tragen einen Besuch auch ohne Ausstellungsticket.
Hat das Artipelag im Winter geöffnet?
Ja, das Haus ist ganzjährig in Betrieb – anders als viele Schärenziele, die nur von Mai bis September laufen.