Landsort: Schwedens ältester Leuchtturm am Südende der Schären
Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Als die russische Flotte 1719 die schwedische Ostküste angriff, steckte sie auch den Leuchtturm von Landsort in Brand. Er überstand es, weil seine Mauern dick genug waren. Der Turm steht bis heute am Südende des Stockholmer Schärengartens, rund 90 Kilometer südlich der Stadt, und gilt als der älteste Leuchtturm Schwedens.
1651, 1686, 1938, 1963
Die Geschichte beginnt 1651, als auf private Initiative das erste richtige, in Schweden gebaute Leuchtfeuer auf Landsort errichtet wurde - zunächst als Holzbake. Durch Umbauten wurde daraus ein Steinturm; der heutige Bau stammt von 1686.
Danach passierte lange wenig, und dann alles auf einmal: 1938 wurde der Turm elektrifiziert, 1963 automatisiert und die Besatzung abgezogen. Was als bemannte Station über Jahrhunderte den Zugang nach Stockholm sicherte, läuft seither ohne Personal. Die Baugeschichte dokumentiert das Sjöfartsverket.
Anreise: Bus nach Ankarudden, dann Boot
Landsort liegt auf der Insel Öja und ist der südlichste Punkt des Schärengartens. Der Weg dorthin führt über Nynäshamn: mit dem SL-Bus bis Ankarudden auf Torö, von dort mit dem Boot von Waxholmsbolaget nach Öja-Landsort.
Ein Detail, das man kennen sollte: Die Anlegestelle wechselt je nach Wetterlage. Auf einer Außenschäre am offenen Meer ist das kein Ausnahmefall, sondern Normalbetrieb - bei Wind wird die geschützte Seite angelaufen. Planen Sie entsprechend Puffer ein und prüfen Sie die Verbindung am Reisetag, nicht Wochen vorher. Wie das Bootsnetz insgesamt funktioniert, steht im Beitrag über Waxholmsbolaget.
Das Reservat: 570 Hektar
Öja-Landsort ist seit 1985 Naturschutzgebiet. Es umfasst 570 Hektar, davon 178 Hektar Land - der Rest ist Wasser. Vorhanden sind Wanderwege, Toiletten, ein Zeltplatz, Informationstafeln und Unterkunftsmöglichkeiten.
Die Landschaft ist die typische Außenschäre: wenig Boden, viel Fels, niedriger Bewuchs und Wind aus allen Richtungen. Das unterscheidet Landsort deutlich von den bewaldeten Inseln der mittleren Zone - wie sich die drei Zonen unterscheiden, steht im Beitrag zur Orientierung im Schärengarten.
Vogelzug: über 12.000 Ringe im Jahr
Der eigentliche Ruf der Insel gründet nicht auf dem Leuchtturm, sondern auf den Vögeln. Öja gilt als einer der besten Zugvogelplätze des gesamten Läns, mit starkem Seevogeldurchzug im Frühjahr und im Herbst. An der Vogelstation werden jedes Jahr über 12.000 Vögel dokumentiert und beringt.
Der Grund ist die Geografie: Eine Insel ganz im Süden, weit draußen im offenen Wasser, ist für ziehende Vögel der letzte oder erste Landepunkt. Wer wegen der Vögel kommt, plant den Besuch für die Zugzeiten und nicht für den Hochsommer. Welche Sperrzeiten für die Brutgebiete rundherum gelten, steht im Beitrag über die Vogelschutzgebiete.
Wandern: 10,7 Kilometer
Landsort ist die südlichste Etappe des Stockholm Archipelago Trail: 10,7 Kilometer, Schwierigkeitsgrad mittel. Wer den gesamten Fernwanderweg von Süden nach Norden geht, startet hier.
Für einen Tagesbesuch ist die Runde die naheliegende Beschäftigung. Die Insel ist schmal, sodass Sie fast durchgehend Wasser auf mindestens einer Seite haben.
Übernachten und Versorgung
Auf der Insel gibt es einen Sommerladen namens Saltboden, der laut Trail-Betreiber zu Ostern öffnet, sowie eine Gaststätte. Beides ist saisonal. Unterkünfte sind vorhanden, ebenso ein ausgewiesener Zeltplatz.
Rechnen Sie außerhalb der Sommermonate mit geschlossenen Türen und bringen Sie Verpflegung mit. Grundsätzliches zu Unterkünften im Schärengarten steht im Beitrag über das Übernachten in den Schären.
Die Regeln im Reservat
Verboten sind Schäden an der Natur, das Fällen von Bäumen, das Stören von Tieren und freilaufende Hunde. Zelten und Feuer sind nur an den ausgewiesenen Plätzen erlaubt.
Eine Regel fällt aus dem Rahmen: Das Pflücken der Nattviol, einer Orchideenart, ist ausdrücklich untersagt. Solche artspezifischen Verbote finden sich in mehreren Reservaten der Schären und stehen auf den Tafeln am Eingang; die vollständige Verordnung führt die Länsstyrelsen Stockholm.
Häufige Fragen zu Landsort
Wie kommt man nach Landsort?
Mit dem SL-Bus ab Nynäshamn bis Ankarudden auf Torö und von dort mit dem Boot von Waxholmsbolaget nach Öja-Landsort. Die Anlegestelle wechselt je nach Wetterlage.
Wie alt ist der Leuchtturm?
Das erste in Schweden gebaute Leuchtfeuer entstand hier 1651 als Holzbake, der heutige Steinturm stammt von 1686. 1938 wurde er elektrifiziert, 1963 automatisiert.
Was macht Landsort für Vogelbeobachter interessant?
Die Insel ist einer der besten Zugvogelplätze des Läns. An der Vogelstation werden jährlich über 12.000 Vögel beringt, der Durchzug ist im Frühjahr und Herbst am stärksten.
Kann man auf Landsort übernachten?
Ja, es gibt Unterkünfte und einen ausgewiesenen Zeltplatz. Laden und Gaststätte sind saisonal geöffnet.
Wie groß ist das Naturschutzgebiet?
570 Hektar, davon 178 Hektar Land. Geschützt ist das Gebiet seit 1985.
Gibt es einen Wanderweg?
Ja, die südlichste Etappe des Stockholm Archipelago Trail mit 10,7 Kilometern und mittlerem Schwierigkeitsgrad.
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