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Wandern in den Stockholmer Schären: Etappen, Länge, Anreise

Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Breiter Felsrücken als Weg zwischen Kiefern und Heidekraut, am Ende eine Person am Wasser

Seit 2024 gibt es in den Stockholmer Schären eine durchgehend markierte Fernwanderroute: den Stockholm Archipelago Trail, 270 Kilometer über 20 Inseln von Arholma im Norden bis Landsort im Süden. Der entscheidende Punkt für die Planung: Die 22 Etappen sind voneinander unabhängig. Sie können eine einzelne gehen, drei aneinanderhängen oder alle - und jede erreichen Sie mit den normalen Linienbooten.

Alle 22 Etappen mit Länge und Schwierigkeit

Von 400 Metern bis 34 Kilometern ist alles dabei. Die Reihenfolge in der Tabelle läuft von Nord nach Süd.

EtappeLängeSchwierigkeit
Arholma13,4 kmmittel
Lidö11,9 kmmittel
Furusund7,2 kmmittel
Yxlan24 kmmittel
Ruderboote Finnhamn - Ingmarsö0,4 kmleicht
Finnhamn10,1 kmmittel
Ingmarsö9,8 kmmittel
Brottö1 kmleicht
Svartsö17,9 kmleicht
Möja13,8 kmleicht
Grinda9,8 kmmittel
Sandhamn8,1 kmleicht
Runmarö18,5 kmmittel
Nämdö13,1 kmmittel
Ornö34,1 kmmittel
Fjärdlång11,7 kmmittel
Utö18,4 kmanspruchsvoll
Verbindung Utö - Ålö4,6 kmleicht
Ålö13,2 kmanspruchsvoll
Rånö12 kmleicht
Nåttarö9,5 kmanspruchsvoll
Landsort10,7 kmmittel

Die Einstufung folgt einer klaren Definition: Leicht heißt wenig technische Pfade, geschotterte oder asphaltierte Wege, normale Kondition genügt. Mittel heißt Pfade mit Steinen und Wurzeln, längere Strecken, mehr Höhenunterschied. Anspruchsvoll heißt schmale Pfade, Felspassagen, die bei Nässe rutschig werden, kupiertes Gelände mit steilen An- und Abstiegen. Für die beiden oberen Stufen empfiehlt der Betreiber richtige Wanderstiefel; auf nassem Granit ist die Sohle wichtiger als der Schaft.

Wer ohne festes Schuhwerk unterwegs ist, hält sich an die leichten Etappen. Möja und Svartsö laufen fast vollständig über Schotterwege und sind streckenweise sogar mit geländegängigem Kinderwagen machbar.

Von welchem Hafen zu welcher Insel

Das ist der Teil, an dem die meisten Planungen scheitern. Es gibt keinen zentralen Ausgangspunkt, sondern acht bis zehn.

AbfahrtsortEtappen
Stockholm und VaxholmGrinda, Sandhamn, Möja, Svartsö, Brottö, Ingmarsö, Finnhamn, Furusund, Yxlan, Lidö, Arholma
ÅsättraSvartsö, Brottö, Finnhamn, Ingmarsö
StavsnäsRunmarö, Sandhamn, Nämdö
Boda und Norra StavsuddaMöja, Grinda
Saltsjöbaden und BrevikOrnö, Nämdö, Fjärdlång, Utö
DalaröOrnö, Fjärdlång
Årsta BryggaUtö, von dort über Schotterweg nach Ålö
NynäshamnNåttarö, Rånö, Ålö; per Bus nach Ankarudden, dann Boot nach Landsort
Simpnäs und Räfsnäs (ab Norrtälje)Arholma, Lidö
FurusundAutofähre nach Yxlan

Wie Tickets, Preisstufen und die Gültigkeit der SL-Karte funktionieren, steht im Beitrag über Waxholmsbolaget. Für Mehrtagestouren lohnt die 5-Tage-Karte für 595 Kronen, die es nur an Bord gibt.

Die Nord-Süd-Linie: der Schlüssel für Mehrtagestouren

Zwischen der Woche vor Mittsommer und Mitte August fährt Waxholmsbolaget die Nord-Süd-Linie, und die verändert die Planung grundlegend. Ein Boot startet in Norrtälje und läuft südwärts die meisten Trail-Inseln an bis Sandhamn, wo es umkehrt. Ungefähr zeitgleich fährt ein zweites von Nynäshamn nordwärts und trifft das erste in Sandhamn.

Praktisch heißt das: In diesem Zeitfenster können Sie Etappen aneinanderhängen, ohne jeden Abend über das Festland zurückzufahren. Außerhalb dieser Wochen müssen Sie fast jede Insel einzeln vom Festland aus ansteuern - was mehrtägige Touren nicht unmöglich, aber deutlich umständlicher macht.

Mehrere Etappen verketten

Wer nicht bei einer Etappe bleiben will, hängt mehrere aneinander. Der Betreiber schlägt dafür fünf Viertagesrunden vor, die sich zu längeren Touren verbinden lassen; sie stehen mit Tagesplänen und Anschlüssen im Beitrag über den Stockholm Archipelago Trail.

Eine Kuriosität sei hier schon verraten: Die Verbindung zwischen Finnhamn und Ingmarsö ist 400 Meter lang und führt über Wasser. Es liegen Ruderboote an beiden Ufern, und wer übersetzt, zieht ein zweites Boot hinterher, damit auf jeder Seite wieder eines liegt.

Markierung: blau-gelb, mit drei Ausnahmen

Der Weg ist blau für das Meer, gelb für die Sonne und mit einem Reflexstreifen in der Mitte markiert. Das gilt für alle Etappen außer Brottö, Furusund und Yxlan - dort hilft nur die Karte, die stockholmarchipelagotrail.com für jede Etappe bereitstellt. Für Papier gibt es die Karten von Calazo im Maßstab 1:50.000 für die nördlichen und südlichen Schären sowie eine eigene Trail-Karte.

Wichtig für Radfahrer: Der Trail ist ein Wanderweg. Er führt durch mehrere Naturschutzgebiete, in denen Radfahren verboten ist. Auf vielen Inseln gibt es Schotterstraßen zum Radeln, die aber nicht mit dem Trail zusammenhängen - dazu mehr im Beitrag über Radfahren und Inselhopping.

Wasser, Toiletten und Einkaufen

Zwei Liter Wasser ab Etappenstart reichen nach Angaben des Betreibers für die meisten Strecken. Jede Etappenseite verzeichnet Wasserstellen und Toiletten; die Daten stammen aus offenen Quellen und stimmen nicht immer. Die Toilette auf dem Boot zur Insel zu benutzen, ist der zuverlässigste Plan.

Lebensmittelläden gibt es auf Arholma, Yxlan, Finnhamn (Sommer), Ingmarsö, Svartsö, Möja (in Långvik und Berg), Grinda (Sommer), Sandhamn, Runmarö, Nämdö, Ornö, Utö, Rånö (Sommer), Nåttarö (Sommer) und Landsort. Die Öffnungszeiten sind auf mehreren Inseln saisonal, teils nur an einzelnen Wochentagen. Privates Wasser und private Toiletten dürfen Sie nicht benutzen, und Müll nehmen Sie am besten aufs Festland mit - die Entsorgung ist auf den Inseln aufwendig und teuer.

Zelten und Feuer

Viele der Inseln sind Naturschutzgebiete, dort gelten strengere Regeln als das allgemeine Jedermannsrecht: in der Regel eine Nacht, sofern niemand gestört wird, und nie in der Nähe von Häusern. Die örtlichen Vorschriften hängen am Eingang jedes Schutzgebiets.

Campingplätze gibt es auf den meisten Trail-Inseln - mit fünf Ausnahmen: Sandhamn, Svartsö, Ornö, Möja und Brottö haben keinen.

Beim Feuer ist die Lage eindeutig: Der Wald ist trocken, es weht fast immer, und es gibt keine Feuerwehr auf den Inseln. Feuer gehören ausschließlich in die vorhandenen Feuerstellen, und die sind zum Kochen gedacht, nicht für ein Lagerfeuer. Nicht auf Felsen, nicht am Strand, nicht im Gelände.

Zecken, Kreuzottern und Algenblüte

Gefährliche Tiere gibt es in den Schären praktisch nicht. Zwei Dinge sollten Sie trotzdem kennen. Kreuzottern kommen vor; auf eine zu treten, endet beim Arzt. Häufiger ist die Zecke, und zwar überall. Sie kann Borreliose und FSME übertragen, weshalb der Trail-Betreiber eine FSME-Impfung ausdrücklich empfiehlt. Zecken so schnell wie möglich entfernen.

Im Wasser ist das Thema die Algenblüte, meist Ende Juli, wenn Wärme und Nährstoffüberschuss zusammenkommen. Die Blüten können Gifte bilden, die die Haut reizen oder beim Verschlucken krank machen. Ist das Wasser grün und trüb, nicht baden - oft finden Sie auf der anderen Inselseite klares Wasser. Frischt der Wind auf, verschwindet die Blüte, weil kälteres Tiefenwasser aufsteigt.

Der beste Zeitraum ist enger, als man denkt

Die Empfehlung des Trail-Betreibers ist ungewöhnlich präzise: 5. bis 17. August. In diesem Fenster fährt die Nord-Süd-Linie noch, und gleichzeitig sind deutlich weniger Menschen unterwegs als im Hochsommer. Ähnlich gut ist die letzte Juniwoche.

Danach funktioniert der Trail bis Ende September, davor ab Mai bis Mittsommer. Zwischen Oktober und Mai werden Wetter, Öffnungszeiten und Bootsverkehr schwieriger - möglich bleibt es, aber nur mit sorgfältiger Planung. Wer mehrere Etappen an einem Stück geht, sollte laut Betreiber vor Mittsommer oder nach dem 5. August starten, um die Inseln möglichst wenig zu belasten. Eine Einordnung der Jahreszeiten insgesamt steht im Beitrag zur besten Reisezeit.

Aktuelle Sperrungen und Umbauten

Zwei Dinge sind im Sommer 2026 zu beachten. Der Weg nördlich des Hofs Rånö Gård auf Rånö ist ab Anfang September wegen Forstarbeiten gesperrt; der mittlere Teil der Insel bleibt begehbar. Und die Etappe auf Utö wird im Nordosten umgebaut. Beides steht in den Meldungen des Betreibers, die vor jeder Tour einen Blick wert sind - der aktuelle Stand hängt an der jeweiligen Etappenseite.

Wandern abseits des Trails

Nicht jede lohnende Runde gehört zum Fernwanderweg. Auf Grinda führt der Grindastigen auf 2,5 Kilometern über Klubbudden, den höchsten Punkt der Insel - eine Runde für zwei Stunden, wenn die 9,8 Kilometer der Trail-Etappe zu viel sind. Das Naturreservat Björnö auf Värmdö ist mit dem Bus erreichbar und braucht gar kein Boot. Und in den beiden Nationalparks Ängsö und Nämdöskärgården gelten eigene Regeln, die im Beitrag über die Nationalparks im Schärengarten stehen.

Wer den Trail mit anderen Wegen verbinden will: Über den Roslagsleden kommen Sie von Stockholm nach Norrtälje, über den Sörmlandsleden von Nynäshamn zurück in die Stadt. Zusammen mit dem Archipelago Trail ergibt das über 500 Kilometer.

Häufige Fragen zum Wandern in den Schären

Wie lang ist der Stockholm Archipelago Trail?

Rund 270 Kilometer, verteilt auf 22 markierte Etappen über 20 Inseln zwischen Arholma im Norden und Landsort im Süden.

Muss ich alle Etappen hintereinander gehen?

Nein. Jede Etappe ist eigenständig und einzeln mit dem Linienboot erreichbar. Sie können eine gehen oder beliebig viele kombinieren.

Welche Etappe eignet sich für Anfänger?

Die als leicht eingestuften: Svartsö mit 17,9 Kilometern, Möja mit 13,8, Rånö mit 12 und Sandhamn mit 8,1 Kilometern. Sie verlaufen über wenig technische Pfade und Schotterwege.

Welche Etappen sind anspruchsvoll?

Utö mit 18,4 Kilometern, Ålö mit 13,2 und Nåttarö mit 9,5 Kilometern. Dort geht es über schmale Pfade, Felspassagen und kupiertes Gelände.

Brauche ich ein Zelt?

Nein. Auf fast allen Inseln gibt es Hotels, Herbergen oder Hütten sowie Restaurants, Cafés oder Läden. Ein Tagesrucksack mit Regenschutz, Verpflegung und zwei Litern Wasser genügt.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Der Betreiber empfiehlt den 5. bis 17. August und die letzte Juniwoche. Dann fährt die Nord-Süd-Linie und es sind wenige Menschen unterwegs.

Kann ich auf dem Trail Fahrrad fahren?

Nein. Der Weg führt durch Naturschutzgebiete mit Radverbot. Auf mehreren Inseln gibt es aber Schotterstraßen zum Radfahren.

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