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Eine Woche zwischen 30.000 Inseln

Von Martin Höllinger

Martin Höllinger mit Kappe und Sonnenbrille auf einem Boot, dahinter Ufer und Masten

Vom 31. August bis zum 6. September 2025 war ich im Schärengarten vor Stockholm. Sieben Tage, ein Quartier auf Värmdö und ein Fahrplan der Waxholmsbolaget, der den Tagesablauf bestimmt hat.

Was mich überrascht hat: wie schnell der Übergang geht. Vom Bootssteg bei Norra Lagnö sind es keine zwei Stunden bis Sandhamn, und dazwischen ändert sich die Landschaft komplett. Innen stehen noch hohe Kiefern auf den Inseln, weiter draußen bleiben nur noch Wacholder und Fels. Auf der Karte sieht das nach Kleinigkeit aus. Auf dem Wasser merkt man es sofort.

Was vorher schwer zu finden war

Vor der Reise habe ich die üblichen Fragen gegoogelt: Welche Insel lohnt sich für einen Tag? Wie kommt man ohne Auto hin? Wann hört die Saison auf? Die Antworten waren entweder auf Schwedisch, auf Englisch oder deutschsprachig und zehn Jahre alt. Fahrpläne, Preise und Saisonzeiten ändern sich aber jedes Jahr.

Also habe ich angefangen, das aufzuschreiben, was ich vorher gern gewusst hätte - und es seither erweitert: um die Inseln, auf denen ich selbst nicht war, um Feste, Tierwelt und Geschichte. Dafür zählt dann nicht mehr meine Woche, sondern die Quelle.

Woher die Zahlen kommen

Eine Woche macht niemanden zum Kenner einer Region mit 30.000 Inseln. Deshalb steht in den Beiträgen fast nichts, was nur auf meinem Eindruck beruht. Fahrzeiten, Preise und Öffnungszeiten stammen von den Betreibern selbst und sind im Text verlinkt: Waxholmsbolaget für die Boote, die Skärgårdsstiftelsen für die Naturreservate, die Länsstyrelsen für die Schutzzeiten der Vogelinseln, die Gemeinden für alles Örtliche.

Wo eine belastbare Quelle fehlt, steht die Angabe nicht da. Das ist der Grund, warum zu Rödlöga wenige Absätze stehen und zu Vaxholm ein langer Beitrag: Über die eine Insel gibt es schlicht weniger Gesichertes als über die andere.

Fehler

Fahrpläne ändern sich, Restaurants sperren zu, Preise steigen. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir bitte:kontakt@schaeren-stockholm.de. Ich korrigiere das gern und nenne dann auch das Datum der Änderung.

Die Seite finanziert sich über Werbeanzeigen. Für die Nennung eines Hotels, einer Reederei oder eines Restaurants fließt kein Geld, und bezahlte Beiträge gibt es nicht.

Die Woche in Bildern

Von Djurgården über Artipelag und Vaxholm bis Sandhamn, in der Reihenfolge der Tage.

Sonntag, 31. August

Stockholm: Djurgården und Gamla Stan

Gröna Lund vom Wasser aus, Achterbahnen und Türme über den Bäumen
Gröna Lund vom Boot aus. Der Vergnügungspark liegt auf Djurgården direkt am Wasser.
Großsegler mit drei Masten auf dem Strömmen vor der Stadtsilhouette
Ein Großsegler auf dem Strömmen. Im Hintergrund die Kuppel der Katarina-Kirche.
Djurgårdsfähre Djurgården 9 vor den Felsen von Södermalm
Die Djurgårdsfähre. Sie gehört zum SL-Tarif und fährt im Zehnminutentakt.
Vitrine mit Räksmörgås: Nordmeergarnelen, Zitronenscheiben und Dill
Räksmörgås in der Vitrine. Der Berg Garnelen auf einer Scheibe Brot ist keine Übertreibung, sondern die übliche Portion.

Montag, 1. September

Stockholm: Gamla Stan, Kungsholmen und Östermalm

Schaufenster von Gamla Stans Konfektyr & Glass mit Süßwaren
Süßwarenladen in der Altstadt, nach eigenen Angaben seit 1882.
Schaufenster einer Gårdsbutik mit Elchsalami, Rentierprodukten und Marmeladen
Elchsalami und Preiselbeeren im Hofladen. Das Elchwarnschild gibt es als Souvenir in jeder Größe.
Das Stockholmer Rathaus aus rotem Backstein mit seinem hohen Turm
Stadshuset, das Stockholmer Rathaus. Hier findet jedes Jahr das Nobelbankett statt.
Angebissene Kanelbulle mit Hagelzucker auf einem weißen Teller
Eine Kanelbulle. Zur Fika gehört sie so selbstverständlich wie der Kaffee.
Backsteinfassade der Östermalms Saluhall mit Turm und Rundbogenportal
Die Östermalms Saluhall von außen, eröffnet 1888.
Innenraum der Östermalms Saluhall mit gusseisernen Säulen und Marktständen
Innen tragen gusseiserne Säulen das Dach über den Ständen.
Fischtheke mit Flussbarschen auf Eis, daneben Lachsfilet und Dorsch
Barsch auf Eis. Der Flussbarsch ist einer der häufigsten Speisefische der Schären.
Stockholm bei Nacht von einer Dachterrasse aus, beleuchtete Kais am Wasser
Blick über Slussen nach Norden, kurz vor zehn Uhr abends.

Dienstag, 2. September

Värmdö: Artipelag und Norra Lagnö

Goldenes, facettiertes Ei aus Spiegelblech auf dem Fels am Wasser
Das Solar Egg von Bigert & Bergström bei Artipelag. Innen ist es eine Sauna.
Räksmörgås mit Nordmeergarnelen und Zitrone auf einem roten Holztisch am Wasser
Mittagessen bei Artipelag, mit Blick durch die Kiefern aufs Wasser.
Blick von oben durch Birken auf einen Holzsteg mit Booten
Der Steg am Quartier auf Norra Lagnö. Die Treppe führt vom Haus hinunter.
Hand hält eine Spinnrute über dem Wasser, daneben eine Badeleiter am Steg
Barschangeln vom Steg. Mit Handgerät braucht es an der Küste keine Lizenz.
Rettungsring am Steg, dahinter eine Fähre der Viking Line
Eine Finnlandfähre zieht vorbei. Die Fahrrinne verläuft direkt vor dem Steg.
Große Ostseefähre fährt hinter einer bewaldeten Schäreninsel vorbei
Dasselbe Schiff aus anderem Winkel: Von hier wirkt es, als führe es über Land.
Weiter Blick über Wasser, Kiefern und bewaldete Inseln
Der mittlere Schärengarten. Noch stehen hohe Kiefern auf den Inseln.

Mittwoch, 3. September

Vaxholm und Rindö

Gelbe Autofähre Castella legt am Anleger an, Radfahrer warten an der Schranke
Die Fähre nach Rindö. Die gelben Autofähren gehören zum Straßennetz und kosten nichts.
Gelbe Autofähre Nina in Fahrt, beladen mit Lastwagen und Autos
Die Nina auf derselben Strecke. Zwei Fähren pendeln im Wechsel.
Wienersemla in einer Kühlvitrine, Schild auf Schwedisch und Englisch
Wienersemla: Blätterteig mit Himbeermarmelade und Vanillecreme.
Blick aus einem Fenster auf Bäume und Wasser bei Sonnenuntergang
Abend am Quartier. Anfang September geht die Sonne kurz nach acht unter.

Donnerstag, 4. September

Gustavsberg und Norra Lagnö

Motorboote und Segelboote im Hafen, im Vordergrund ein Boot mit Außenbordern
Hafen bei Gustavsberg. Ein Boot ist in den Schären kein Hobby, sondern Verkehrsmittel.
Kreuzfahrtschiff der AIDA-Flotte in der Fahrrinne, davor eine rote Boje
Auch die Kreuzfahrtschiffe nehmen den Weg durch den Schärengarten.

Freitag, 5. September

Stavsnäs und Sandhamn

Parkplatz am Fähranleger Stavsnäs mit Mietwagen und Tagespreis-Aufkleber
Stavsnäs, der Absprung nach Sandhamn. Wer mit dem Auto kommt, lässt es hier stehen.
Gästehafen von Sandhamn mit Segelbooten, dahinter das rote Seglarhotell mit Turm
Sandhamn. Das rote Haus mit dem Turm ist das Seglarhotell, Treffpunkt der Segler seit dem 19. Jahrhundert.

Samstag, 6. September

Danderyd und Ulriksdal

Freistehender hölzerner Glockenturm mit geteerter Verschalung neben einer Kirche
Der Glockenturm der Danderyds kyrka. Die Wetterfahne trägt die Jahreszahl 1728.
Schild mit der Aufschrift Självplock på Fritlandet vor Gemüsebeeten
Selbstpflücken bei Ulriksdal: Korb und Messer leihen, ernten, wiegen, an der Kasse zahlen.
Gemüse- und Blumenbeete unter bewölktem Himmel, Schlauch auf dem Weg
Die Beete dazu, kurz vor dem Regen.