Angeln in den Schären: Regeln, Maße und geführte Touren
Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Angeln in den Stockholmer Schären kostet nichts. Mit Rute oder Handleine dürfen Sie entlang der gesamten Küste fischen, ohne Erlaubnisschein und ohne Gebühr, und das gilt für schwedische wie für ausländische Gäste gleichermaßen. Regellos ist es trotzdem nicht: 62 Buchten im Schärengarten sind im Frühjahr gesperrt, neun davon ganzjährig.
Kostenlos mit Rute und Handleine
Das Fischen mit Handgerät ist im Meer und in den fünf großen Seen - Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön - frei. Handgerät heißt Rute, Handleine, Fliegenrute: alles, was Sie selbst halten. Netze und Reusen fallen nicht darunter, ebenso wenig die Binnenseen auf den Inseln, für die eigene Regeln und meist ein Fischereischein gelten.
Diese Freiheit ist Teil des Jedermannsrechts und einer der Gründe, warum ein Angelurlaub in Schweden so unkompliziert ist. Sie brauchen keine Anmeldung, keine Prüfung und keinen Papierkram - nur die Kenntnis der Regeln.
62 gesperrte Buchten
Die wichtigste Einschränkung sind die Fredningsområden. Im Stockholmer Län gibt es 62 Buchten mit Fangverbot im Frühjahr, in neun davon gilt es ganzjährig. Dazu kommen 14 weitere Schutzgebiete an Flussmündungen, in denen im Herbst nicht gefischt werden darf, wenn die Meerforelle zum Laichen aufsteigt.
Der Sinn dahinter: Die flachen, warmen Innenbuchten sind die Kinderstuben von Hecht und Barsch. Wer dort im Frühjahr fischt, greift genau in die Phase ein, in der die Bestände entstehen. In den angrenzenden Buchten ist das Handgerätefischen außerhalb der Schonzeit vom 1. April bis 15. Juni frei.
Wo die Gebiete liegen, führt die Länsstyrelsen Stockholm. Vor der ersten Ausfahrt lohnt der Blick, weil die Grenzen auf dem Wasser nicht immer markiert sind.
Maße und Fangbegrenzungen
| Art | Maß | Begrenzung |
|---|---|---|
| Hecht | Fenster 40 bis 75 cm | zusammen mit Zander drei Fische pro Tag |
| Zander | mindestens 45 cm, bei Handgerät höchstens 60 cm | zusammen mit Hecht drei Fische pro Tag |
| Meerforelle | eine nicht flossengeschnittene pro Tag | |
| Dorsch | gezielter Fang seit 2019 verboten |
Das Fenstermaß beim Hecht ist die Regel, die Gäste am häufigsten überrascht: Zu kleine Fische müssen zurück, aber auch zu große. Der Grund sind die großen Weibchen, die den Laichbestand tragen - ein 90-Zentimeter-Hecht ist wertvoller im Wasser als in der Pfanne. Beim Zander gilt bei Handgerät zusätzlich ein Höchstmaß von 60 Zentimetern; die Untergrenze von 45 Zentimetern gilt in allen Teilen der Ostsee, wie die Havs- och vattenmyndigheten festlegt.
Bei der Meerforelle zählen nur nicht flossengeschnittene Fische gegen das Tageslimit; flossengeschnittene stammen aus Besatzmaßnahmen.
Welche Fische es gibt
Die Schären sind Brackwasser, und genau deshalb kommen hier Süß- und Salzwasserarten nebeneinander vor. Hecht, Barsch und Zander sind die Zielarten des Sportfischens in den inneren und mittleren Zonen; weiter draußen kommen Meerforelle und der Ostseehering dazu.
Der Dorsch fällt aus. Seit 2019 ist der gezielte Fang im östlichen Ostseebestand verboten, seit 2022 auch im westlichen, und für 2026 raten die Fischereiwissenschaftler weiterhin zu einem Nullfang. Mehr dazu im Beitrag über das Essen in den Schären.
Was eine geführte Tour bringt
Drei Dinge, für die sich der Preis rechnet.
Das Boot. Die produktiven Stellen liegen selten am Steg. Ohne Boot fischen Sie vom Ufer, und das schränkt die Auswahl stark ein.
Ortskenntnis. In einem Gebiet mit 30.000 Inseln ist die Frage nicht, ob dort Fisch steht, sondern wo an diesem Tag bei diesem Wind. Das ist genau die Information, die ein Guide verkauft.
Rechtssicherheit. Ein Guide kennt die 62 Schutzgebiete und die aktuellen Maße. Wer allein losfährt, muss das selbst nachhalten.
Anbieter arbeiten meist mit den Gasthöfen der größeren Inseln zusammen; auf Grinda etwa wird Sportfischen samt Transfer über einen Partnerbetrieb vermittelt. Fragen Sie bei Ihrer Unterkunft nach - das ist der zuverlässigere Weg als eine Suche auf gut Glück.
Was Sie nicht dürfen
Netze und Reusen ohne Berechtigung. Fischen in den Fredningsområden während der Sperrzeiten. Untermaßige oder übermaßige Fische mitnehmen. Mehr als drei Hechte und Zander zusammen pro Tag. Und im weiteren Sinne: an Land gehen, wo Vogel- oder Robbenschutz gilt - vom 1. Februar bis 15. August mit 100 Metern Abstand, Details im Beitrag über die Vogelschutzgebiete.
Häufige Fragen zum Angeln in den Schären
Braucht man in Schweden einen Angelschein?
Für das Fischen mit Handgerät im Meer und in den fünf großen Seen nicht. Es ist kostenlos und gilt auch für ausländische Gäste. Für Binnenseen auf den Inseln gelten eigene Regeln.
Wie viele Fische darf man behalten?
Drei Fische pro Tag aus der gemeinsamen Menge von Hecht und Zander. Bei der Meerforelle ist es eine nicht flossengeschnittene pro Tag.
Welche Mindestmaße gelten?
Beim Hecht ein Fenster von 40 bis 75 Zentimetern, beim Zander mindestens 45 und bei Handgerät höchstens 60 Zentimeter. Fische außerhalb dieser Maße müssen sofort zurück.
Wo darf man nicht fischen?
In 62 Buchten des Schärengartens während des Frühjahrs, in neun davon ganzjährig, sowie in 14 Gebieten an Flussmündungen im Herbst.
Kann man Dorsch angeln?
Nein. Der gezielte Fang ist seit 2019 im östlichen und seit 2022 im westlichen Ostseebestand verboten.
Lohnt sich eine geführte Tour?
Wenn Sie kein Boot haben, fast immer. Ein Guide bringt Boot, Ortskenntnis und die Sicherheit, dass Sie nicht versehentlich in einem Schutzgebiet fischen.
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