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Lucia am 13. Dezember: Herkunft, Ablauf und wo Sie sie erleben

Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 6. September 2026

Kirchenbänke aus Holz mit brennenden Kerzen und Tannengrün, draußen liegt Schnee

Der 13. Dezember war vor der Kalenderreform der kürzeste Tag des Jahres. Genau dann feiert Schweden Lucia - mit einer Prozession aus Weiß gekleideter Sängerinnen und Sänger, angeführt von einer Lucia mit brennendem Lichterkranz im Haar. In der dunkelsten Zeit des Jahres ist es das Fest, das das Licht zurückholt.

Woher der Brauch kommt

Die Namensgeberin ist die heilige Lucia von Syrakus auf Sizilien, die 304 nach Christus hingerichtet wurde. Der Überlieferung nach brachte sie verfolgten Christen Essen und leuchtete sich dabei mit Kerzen den Weg; ihr Name geht auf das lateinische lux zurück, das Licht. Nach Schweden kam der Brauch früh, blieb aber lange regional - zunächst begingen ihn nur Teile der Landbevölkerung in Westschweden, möglicherweise schon im Mittelalter. Den Brauch beschreibt Visit Sweden.

Von 1764 bis zum Durchbruch in den 1950ern

Der erste dokumentierte Beleg einer weiß gekleideten Lucia mit Flügeln und Kerzenleuchtern stammt aus dem Jahr 1764, aus einem westschwedischen Gutshaus. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich in Westschweden die Lusse-Umzüge, bei denen kostümierte junge Leute umherzogen und um Essen und Getränke baten; ab der Mitte des Jahrhunderts verbreitete sich die Feier über die Universitätsstädte. Das älteste bekannte Lucia-Bild ist ein Aquarell von Fritz von Dardel aus dem Jahr 1848.

Die Form, die man heute kennt, entstand im 20. Jahrhundert: 1892 begannen die Lucia-Feiern im Freilichtmuseum Skansen, 1928 veranstaltete eine Stockholmer Zeitung einen Lucia-Wettbewerb mit elektrischen Lichtern, und in den 1950er Jahren setzte sich der Brauch in ganz Schweden und Skandinavien durch. Die Chronologie führt das Nordiska museet.

Warum der 13. Dezember

Dass der Termin auf diesen Tag fiel, hat mit dem alten Kalender zu tun: Vor Einführung des gregorianischen lag hier die Wintersonnenwende. Der Sinn ist geblieben, auch wenn das Datum astronomisch verrutscht ist. Am 13. Dezember geht die Sonne in Stockholm gegen 08:40 Uhr auf und gegen 14:50 Uhr unter, und sie steht mittags nur gut sieben Grad über dem Horizont. Ein Fest, das im Dunkeln mit Kerzen beginnt, ergibt in dieser Woche mehr Sinn als irgendwo sonst - die Zahlen dazu stehen im Beitrag über das Licht in den Schären.

Wie gefeiert wird

Die Lucia trägt ein weißes Gewand, einen roten Gürtel und den Lichterkranz. Ihr folgt ein Zug: Mädchen mit Kerzen in den Händen, Sternenknaben mit spitzen Hüten, Pfefferkuchenmännchen für die Kleinsten. Gesungen werden die Lucialieder, allen voran das Titellied. Aufgeführt wird das in Kirchen, Schulen, Kindergärten und Betrieben - und weil viele Chöre auftreten, füllt das Fest den ganzen Dezembermorgen.

Lussekatter und Glögg

Zum Fest gehört ein bestimmtes Gebäck: Lussekatter, safrangelbe Hefebrötchen in S-Form, mit Rosinen besetzt. Das süße Safranbrot kam im 17. Jahrhundert mit Niederländern nach Göteborg, damals unter dem Namen duivekater; daraus wurde die Lussekatt. Dazu gibt es Glögg, den schwedischen Glühwein, und Pfefferkuchen. Die Lussekatter markieren zusammen mit dem Julbord den kulinarischen Dezember - das eine am Morgen, das andere am Abend.

Lucia in den Schären

Auf den Inseln fällt Lucia in die stillste Zeit des Jahres. Die Sommergäste sind längst weg, die Boote fahren nach Winterfahrplan, und in den Inselkirchen und Gemeindehäusern singen die eigenen Chöre - kleiner als in der Stadt, dafür für die Gemeinschaft, die ganzjährig hier lebt. Für Besucher heißt das: Wer Lucia in den Schären erleben will, plant den Ausflug um den Bootsfahrplan herum und rechnet mit knapp sechs Stunden Tageslicht (siehe Winter in den Schären).

Wo Sie Lucia erleben können

Praktisch heißt Lucia für Reisende: früh aufstehen. Die Umzüge beginnen im Morgengrauen, in Kirchen, Schulen und Betrieben, und sie sind kurz. Wer um zehn Uhr aufsteht, hat sie verpasst.

In den Schären finden die Feiern dort statt, wo ganzjährig Menschen leben - auf Möja, auf Svartsö, in Vaxholm. Die Anreise im Dezember will geplant sein: Der Fahrplan ist ausgedünnt, und die letzte Rückfahrt liegt oft am frühen Nachmittag. Was im Winter offen bleibt, steht im Beitrag über den Winter in den Schären.

Häufige Fragen zu Lucia

Wann ist das Luciafest?

Jedes Jahr am 13. Dezember. Vor der Kalenderreform lag an diesem Tag die Wintersonnenwende - daher das Lichterfest.

Was sind Lussekatter?

Safrangelbe Hefebrötchen in S-Form mit Rosinen, das typische Gebäck zum Luciatag. Dazu werden Glögg und Pfefferkuchen gereicht.

Wer darf Lucia sein?

Traditionell führt eine Person in weißem Gewand mit rotem Gürtel und Lichterkranz den Zug an, gefolgt von Sängerinnen und Sängern, Sternenknaben und Pfefferkuchenmännchen.

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