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Fjäderholmarna: Ateliers, Anreise und was von der Marine blieb

Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Rotes Bootshaus mit schwarzem Dach auf einer kleinen Insel, davor ein langer Holzsteg

Die stadtnächsten Schäreninseln waren jahrzehntelang gesperrt. Anfang der 1920er Jahre übernahm die Marine die Fjäderholmarna, um dort eine Munitionsfabrik zu bauen; im Zweiten Weltkrieg blieben sie militärisches Gebiet. Erst 1982 übernahm die Königliche Djurgården-Verwaltung, sanierte, und 1985 wurden die Inseln wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Heute sind sie 25 Bootsminuten von Stockholm entfernt und voller Werkstätten.

Vier Inseln, 25 Minuten

Die Fjäderholmarna bestehen aus vier benannten Inseln - Stora Fjäderholmen, Ängsholmen, Libertas und Rövarns Holme - plus mehreren kleineren Schären. Was Besucher meinen, wenn sie von Fjäderholmarna sprechen, ist fast immer Stora Fjäderholmen, wo alles liegt.

Verwaltungstechnisch gehören die Inseln zu Lidingö und seit 1995 zum Königlichen Nationalstadtpark. Angefahren werden sie von drei Reedereien: Waxholmsbolaget im Linienverkehr, dazu Strömma und die Fjäderholmslinjen als Ausflugsanbieter. Die Fahrzeit liegt bei 25 bis 30 Minuten.

Der Preisunterschied ist erheblich. Die Insel liegt im SL-Gebiet, ein SL-Einzelticket kostet 43 Kronen, ermäßigt 26. Bei den Ausflugsreedereien beginnen die Preise bei rund 200 Kronen. Wie sich die Anbieter unterscheiden, steht im Beitrag über Waxholmsbolaget.

Von 1381 bis zum Branntweinkrieg

Erstmals erwähnt werden die Inseln 1381 in einem Kaufbrief. Der Name geht auf Fierdholmarna zurück - die Holme auf dem Fjärd.

Eine kuriose Rolle spielten sie im 19. Jahrhundert: Im sogenannten Branntweinkrieg zwischen dem Unternehmer L. O. Smith und dem neuen Spirituosenmonopol in Stockholm hatten die Fjäderholmarna große Bedeutung, weil sie außerhalb der städtischen Zollgrenze lagen. Wer heute auf denselben Inseln eine Brauerei findet, sieht darin vermutlich eine gewisse Ironie.

Was die Marine hinterlassen hat

Ein Punkt, den man vor dem Besuch kennen sollte: Die Militärjahre haben Spuren im Boden hinterlassen. Bodenuntersuchungen auf Stora Fjäderholmen zeigen Belastungen mit Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die Streitkräfte untersuchen seit 2018, Risiko- und Sanierungsprüfungen laufen; einzelne Flächen werden künftig gereinigt werden müssen.

Praktisch heißt das: Gesperrte Flächen sind gesperrt und sollten respektiert werden. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Belastungen bei Aufnahme von Erdreich, bei Hautkontakt oder beim Einatmen ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Für einen normalen Besuch auf den Wegen und in den Lokalen ist das kein Thema; für Kinder, die im Boden graben, schon. Die aktuelle Lage dokumentiert die Djurgården-Verwaltung.

Die Ateliers

Der Grund, warum die Insel für einen halben Tag trägt, sind die Werkstätten. Sie decken ein ungewöhnlich breites Handwerksspektrum ab: Keramik und Töpferei, Glaskunst, Holzschnitzerei, Schmiedekunst, Textil, Schmuck und eine Schokoladenmanufaktur. Dazu kommen Handwerkskurse für Besucher.

Anders als in einem Museumsdorf wird hier tatsächlich gearbeitet. Wer vormittags kommt, sieht Werkstätten in Betrieb; nachmittags sind die Läden voller und die Vorführungen häufiger. Eine vollständige Liste der Betriebe samt Position auf der Inselkarte führt die Verwaltung in ihrem Inselführer 2026.

Ergänzt wird das durch die Ausstellung traditioneller Holzboote, die sogenannten Allmogebåtar, sowie Boulebahnen und einen Gästehafen mit Tankstelle.

Essen, Trinken und Baden

Für eine Insel dieser Größe ist die gastronomische Dichte hoch: eine Krog, eine Bäckerei, eine Räucherei, ein Brauerei-Ausschank und ein Café in einer roten Villa. Die Brauerei auf Stora Fjäderholmen führt über 40 verschiedene Biere - mehr dazu im Beitrag über Bier in den Schären.

Gebadet wird von den Klippen. Sandstrand gibt es nicht, dafür Felsen mit direktem Einstieg ins Wasser.

Saison und Planung

Die Fjäderholmarna sind ein reines Sommerziel. 2026 läuft die Saison bis zum 13. September; danach schließen Läden und Lokale. Wer im Oktober übersetzt, findet die Insel still und die Türen zu.

Rechnen Sie für Ateliers, Essen und einen Rundgang drei bis vier Stunden. Damit ist Fjäderholmarna der kürzeste sinnvolle Schärenausflug ab Stockholm - alle Alternativen im Vergleich stehen im Beitrag über Tagesausflüge in die Schären. Wer mehr Weg und weniger Betrieb will, fährt weiter nach Grinda.

Häufige Fragen zu Fjäderholmarna

Wie kommt man nach Fjäderholmarna?

Mit dem Boot in 25 bis 30 Minuten ab Stockholm. Drei Reedereien fahren die Inseln an; mit einem SL-Einzelticket für 43 Kronen sind Sie am günstigsten unterwegs.

Wann hat die Insel geöffnet?

Nur im Sommerhalbjahr. Die Saison 2026 läuft bis zum 13. September.

Was gibt es auf Fjäderholmarna zu sehen?

Handwerksateliers von Keramik über Glas und Schmiede bis Schokolade, eine Ausstellung traditioneller Holzboote, mehrere Restaurants, eine Räucherei, eine Brauerei und Klippenbäder.

Warum waren die Inseln lange gesperrt?

Die Marine übernahm sie Anfang der 1920er Jahre für eine Munitionsfabrik, im Zweiten Weltkrieg waren sie militärisches Gebiet. Erst 1985 wurden sie nach Sanierung wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Gibt es Einschränkungen wegen Altlasten?

Ja. Der Boden auf Stora Fjäderholmen ist mit Schwermetallen und PAK belastet, einzelne Flächen sind gesperrt. Auf den Wegen und in den Lokalen ist der Besuch unproblematisch.

Gibt es einen Sandstrand?

Nein, gebadet wird von den Klippen.

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