Arholma: nördlichste Insel und Bunker aus dem Kalten Krieg
Von Martin HöllingerZuletzt aktualisiert am 6. September 2026

Weiter nördlich geht es nicht. Arholma ist die letzte Insel des Stockholmer Schärengartens vor dem Ålands Hav - dahinter beginnt offenes Wasser Richtung Finnland. Diese Randlage hat die Insel geprägt: als Lotsenstation, als militärischer Vorposten und heute als Naturreservat mit einer ungewöhnlichen Mischung aus weichen Klippen, Waldpfaden und Kalter-Krieg-Geschichte.
Batteri Arholma: 1968 fertig, seit 2008 Museum
Die Anlage im Norden der Insel wurde für den Kalten Krieg gebaut und 1968 fertiggestellt. Von hier aus wurde die nördliche Zufahrt nach Stockholm überwacht. Tief im Fels liegen Kommandozentrale, Werkstätten, Küche, Unterkünfte und ein Sanitätsbereich; ganz oben in der vierstöckigen unterirdischen Kammer steht eine Kanone, deren Reichweite mit über zwei schwedischen Meilen angegeben wird - eine Mil entspricht zehn Kilometern.
Bis in die 2000er Jahre war die Existenz der Anlage geheim. Seit dem Sommer 2008 ist sie ein Museum mit Führungen und die einzige erhaltene Einrichtung dieser Art im nördlichen Schärengarten; sie steht unter Denkmalschutz und gehört zum Naturreservat. Die Einordnung führt das Stockholms läns museum.
Naturreservat mit Zipline
Rund um das Arholma Nord im Norden liegt ein Naturreservat mit weichen Felsen und gewundenen Waldpfaden. Die Anlage vermietet Kajaks und SUP-Boards und betreibt einen Ziplinepark - ungewöhnlich für eine Schäreninsel, aber praktisch für Familien und Gruppen. Zum Paddeln in der Gegend passt der Beitrag über das Kajakfahren zwischen den Inseln.
Arholma Nord ist zugleich Herberge und liegt rund einen Kilometer vom Anleger entfernt. Im Dorf selbst gibt es eine zweite STF-Unterkunft sowie einen Landhandel.
Lotsen, Seezeichen und die offene See
Die Randlage hat Arholma über Jahrhunderte eine Funktion gegeben. Wer aus dem Ålands Hav nach Stockholm wollte, passierte hier; Lotsen gingen von hier an Bord, und Seezeichen markierten den Weg. Die militärische Nutzung des 20. Jahrhunderts war nur die jüngste Schicht auf einer sehr alten Aufgabe.
Sichtbar ist das in der Landschaft: weiche, rundgeschliffene Klippen ohne Wald an der Außenseite, dahinter geschützte Buchten und Wege durch niedrigen Bewuchs. Das ist die typische Form der Außenschäre, wie sie im Beitrag zur Orientierung im Schärengarten beschrieben ist.
Anreise: ganzjährig ab Simpnäs
Arholma ist besser erreichbar, als die Randlage vermuten lässt - und zwar auf zwei Wegen. Mit dem Waxholmsboot ab Stockholm dauert es lange, funktioniert aber ohne Umsteigen. Deutlich schneller ist die Kombination über Land: SL-Bus ab Tekniska högskolan über Norrtälje bis zum Festlandshafen Simpnäs, von dort mit dem Boot Monsun in etwa 15 Minuten hinüber.
Diese Verbindung fährt ganzjährig, nicht nur im Sommer. Mit dem Auto sind es nach Simpnäs von Stockholm gut zwei Stunden, von Norrtälje etwa eine. Im Frühjahr und Sommer fahren zusätzlich Boote ab Strömkajen in Stockholm. Einen Überblick gibt Visit Stockholm.
Für Wanderer ist Arholma der Anfang oder das Ende des Fernwanderwegs: Die Etappe misst 13,4 Kilometer und ist als mittel eingestuft. Wer den gesamten Trail von Norden nach Süden gehen will, startet hier - Einzelheiten im Beitrag über den Stockholm Archipelago Trail.
Wann sich Arholma lohnt
Im Sommer für Bad, Paddeln und die Museumsführung - im Herbst und Winter für die Stille am Rand des offenen Meeres. Weil die Boote ab Simpnäs ganzjährig verkehren, ist Arholma eine der wenigen äußeren Inseln, die auch in der Nebensaison zuverlässig erreichbar bleiben; mehr dazu im Beitrag zur besten Reisezeit und zum Winter in den Schären.
Was Sie mitbringen sollten
Windschutz. Auf einer Insel ohne Wald und mit offener See auf drei Seiten liegt die gefühlte Temperatur regelmäßig deutlich unter der gemessenen, und das gilt auch im Juli.
Dazu Verpflegung für den Tag: Der Landhandel im Dorf ist die einzige Einkaufsmöglichkeit, und außerhalb der Sommersaison sollten Sie sich nicht darauf verlassen. Handgepäck bis 30 Kilogramm fährt auf den Booten kostenlos mit.
Häufige Fragen zu Arholma
Wie kommt man nach Arholma?
Ganzjährig ab Simpnäs mit dem Boot Monsun in etwa 15 Minuten. Nach Simpnäs kommen Sie mit dem SL-Bus ab Tekniska högskolan über Norrtälje oder mit dem Auto in gut zwei Stunden ab Stockholm; im Sommer gibt es auch Boote ab Strömkajen.
Was kann man auf Arholma besichtigen?
Die Batteri-Arholma-Anlage aus dem Kalten Krieg, heute ein Museum mit Führungen, dazu das Naturreservat mit Wald- und Klippenwegen.
Ist Arholma auch im Winter erreichbar?
Ja. Die Verbindung ab Simpnäs fährt ganzjährig - anders als viele Linien in den äußeren Schärengarten, die im Winter pausieren.
Wo kann man auf Arholma übernachten?
In Arholma Nord im Norden der Insel, rund einen Kilometer vom Anleger, und in einer zweiten STF-Unterkunft im Dorf.
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